05.02.2017

Es muss nicht immer „Linux“ sein….
Freitags wird in der Schule nur ein halber Tag lang gearbeitet. Nach dem Mittagessen ist für alle Schüler “Aerobics” angesagt. Michael hatte von seinem Tischtennis-Club einen Koffer voller neuer Trikots und TT-shorts mitgebracht, denn in der Aula befindet sich auch ein Tischtennisraum. Der Zufall wollte es, dass Michael  auf eine Spielpartnerin traf; Stefanie Seiz, die sich im benachbarten Slum um  Straßenkindern bemüht. Tough Lady, nicht nur im Job, sondern auch im Tischtennis. Michael wurde teilweise hoch geschlagen und konnte nur zwei von insgesamt 11 Sätzen für sich entscheiden. Zwei interessierte Schüler erhielten dann noch eine Tischtennis – Lehrstunde und wurden mit Trikots belohnt und motiviert, dran zu bleiben. Abends gab es für alle Internatsschüler wieder „Movie-Night“.


Birgit nutzte den Vormittag, um gemeinsam mit Sr. Rita auf dem Markt einzukaufen, wie es jeden Freitag Vormittag gemacht wird. Der Verkehr scheint im Vergleich zu den Vorjahren weiter zugenommen zu haben, denn sie  mussten beispielsweise ca. 15 Min. an einem Kreisel warten, bevor sie weiterfahren konnten. Aber es ging noch verrückter...(siehe weiter unten).

Derweil experimentierte Michael mit dem Sonnenofen. Die Temperatur stieg innerhalb von 10 min. auf über 100 Grad an und nach ca. 15 min. war das dort eingestellte Wasser heiß. Man kann problemlos Reis damit garen. Es wäre zu wünschen, dass diese Geräte insbesondere in den vegetationsarmen Gebieten verbreitet werden, um das Abholzen der ohnehin spärlichen Vegetation zu verhindern.

Kenia leidet derzeit besonders im Norden, dort, wo Pater Florian mit den Massai arbeitet, unter einer Dürre, die zu einem Ernteausfall geführt hat. In der Folge ist viel Vieh verendet, was wiederum  zu einem Anstieg von Viehdiebstahl und einem Ausbruch von Stammesfehden geführt hat. Die Straßen und Wege ins nördliche Riftvalley sind nicht sicher, und deshalb wurde von einem Besuch der Außenstation Chesongoch Abstand genommen.

Am Samstag war Ausflugstag gemeinsam mit Srs. Emily, Rosa und Fahrer Peter (der es wieder einmal schaffte, eine volle Stunde zu spät zu erscheinen – African Timing). Es ging in Richtung Nakuru, an “normalen” Tagen etwa 2 Stunden nördlich von Nairobi. Nach Besuch einer prähistorischen Ausgrabungsstätte (der älteste bekannte Mensch wurde ja in Afrika gefunden) fuhr die Gruppe zum Lake Elmentaita, der normalerweise mit sehr vielen Flamingos und Pelikanen bevölkert wird. Die Zahl hat aber in den letzten Jahren stark abgenommen.

Die Mittagspause in der Sunbird Lodge vermittelte unmittelbar das Gefühl, auf Safari zu sein, bevor es auf die Suche nach dem Menengai Krater (der 2. größte weltweit) ging. Suche deshalb, weil wir ihn zwar fanden, aber nicht den Aussichtspunkt, der den Überblick erlaubt, sondern wir landeten mitten drin im Geothermischen Projekt Kenias.

Während wir auf der Hinfahrt von Ruaraka nach Nakuru wegen der Vielzahl von Lastern ca. 3 Stunden gebraucht hatten, dauerte die Rückfahrt deutlich länger. Bedingt durch eine Mautstelle für Lastwagen, staute sich der Verkehr derart, dass der entgegen kommende Verkehr einfach Besitz der gesamten Straße nahm – nichts ging mehr. Autos standen sich gegenüber. Aus einer 2-spurigen Straße wurde ein 4-spuriger Parkplatz, bis die in Richtung Nairobi fahrenden Fahrzeuge links neben der Straße durch das Gelände bis zum Stauende fuhren. Die beiden Polizisten, die versuchten, den Verkehr zu regeln waren machtlos. Es wird Zeit, dass eine Eisenbahnlinie von Mombasa via Nairobi nach Uganda fertiggestellt wird.