CT Waterfront
Khajelitsha Township
Khajelitsha Township
Daily Bread Waisenhaus
Dzimbaza
Mdantsane Sanso Centre
Vuvu Yamala Primary
Kate Ncisana
Vuvu Rommel

21/09/2014
Linux4Afrika meets Bischof Tutu
„Willkommen“ sagte Erzbischof Tutu zu mir auf Deutsch, als ich ihm vorgestellt wurde. Rommel Roberts, der mit mir nach Kapstadt gefahren war, erklärte Bischof Tutu den Grund meines Besuchs. Ich habe Rommels Buch über den Widerstand gegen die Apartheid ins Deutsche übersetzt , das Anfang des Jahres erschienen ist (vgl. frühere Einträge auf der L4A website). Bischof Tutu hatte dazu ein Vorwort geschrieben, da Rommel zu jener Zeit mit ihm zusammengearbeitet hat.

Rommel erzählte Bischof Tutu aber auch kurz, was das Projekt Linux4Afrika für Schulen und Bildungszentren im Eastern Cape geleistet hat. Mehrere Container mit Computern sind nach Südafrika geschickt und in Schulen und Zentren installiert worden. Sie ermöglichen den Menschen eine bessere Ausbildung. Hilltop, dessen Manager Rommel ist, wurde von L4A Mitgliedern für die Linux Lösungen zertifiziert.

Die Begegnung mit Bischof Tutu war einer der Höhepunkte der Reise. Rommel zeigte mir die verschiedenen Gesichter von Kapstadt – die wunderschönen „Sights“ wie Waterfront und Tafelberg, aber er führte mich auch durch Townships und machte mich mit Menschen bekannt, die gegen die Apartheid gekämpft haben, wie Z. B. Kate Ncisana. Kate war eine der führenden Frauen beim Hungerstreik gegen die Passgesetze in der St. George's Cathedral in Kapstadt; sie lebt heute in Khayelitsha, eine der größten Townships am Rande von Kapstadt.

Nach der knappen Woche in Kapstadt fuhren wir zurück nach Hilltop im Eastern Cape. Rommel und seine Frau Robin taten alles, um mir den Aufenthalt dort so angenehm wie möglich zu machen. Aber auch hier ging es nicht nur um „Relaxen“, schließlich wollte ich gerne ein paar Schulen und Zentren sehen, die Linux4Afrika mit Computern ausgestattet hat. Rommel fuhr mit mir zu einigen Zentren in der näheren Umgebung. Das erste war Dimbaza Business Centre, wo Computerkurse für Schüler und Erwachsene durchgeführt werden. Dann ging es zur Yamala Primary School, wo wir auch Vuvu trafen. Vuvu war noch von Hans-Peter und Franz ausgebildet worden, als sie sich 2010 auf Hilltop aufhielten. Vuvu ist heute verantwortlich für fünf verschiedene Schulen in der Gegend. Am Nachmittag zeigte mir Robin die Institution „Daily Bread“, wo Waisen und vernachlässigte Kinder und Jugendliche betreut werden. Mit den dort installierten Computern lernen sie grundlegende Fertigkeiten, aber sie können sich auch in der unterrichtsfreien Zeit mit Euducation-Programmen und auch mit Spielen beschäftigen. Die Schweizer Volontärin Sina Fischer arbeitet zur Zeit dort.

Am nächsten Tag fuhr Rommel mit mir noch nach Mdantsane, eine riesige Township bei East London. Dort war z. B. die Ebenezer Majombozi High School, die Kuyasa High und die Kwasa Primary School mit L4A-Computern ausgestattet worden. Wir konnten dann noch ein kleines Zentrum besichtigen, das Hilltop zusammen mit der Menschenrechtsorganisation SANCO betreibt. Eine Gruppe junger Frauen nahm hier an einem Computerkurs teil – sie waren eifrig bei der Sache, da Computer-Fertigkeiten ihnen die Chance auf einen guten Job bieten. Außerdem zeigte mir Rommel das Mediation Centre, das durch Hilltop schon vor einigen Jahren am Gericht (Main Court) in Mdantsane eingerichtet wurde und in dessen Büro auch L4A-Computer stehen.

Zur Zeit läuft gerade auch ein Computer-Training an einem Zentrum in der Transkei. Dazu war Buzwe, der sonst das IT-Department auf Hilltop betreut, in das etwa 400 km entfernte Zentrum gefahren.

Für mich waren die zwei Wochen in Südafrika ein großes und unvergessliches Erlebnis. Ich möchte mich herzlich bei Rommel und Robin bedanken, die mir dies durch ihre Gastfreundschaft und ihr Engagement ermöglicht haben.

Christina Stiefel