Äquator
Kimunu
Panne

20/01/2014
Man lebt nur zweimal..oder
wie man die Fahrt von Chesongoch zurück nach Nairobi meistert

Montag um 9.00 Uhr startete die Rückfahrt von Chesongoch (0º 44' 54'' N, 35º 38' 13'' O) zurück nach Nairobi. Die Sisters hatten noch fleißig Mangos, Papayas und Custard-Apples (kennen den Deutschen Ausdruck hierfür nicht) von den Bäumen geholt und sorgfältig eingepackt und los ging es über Stock und Stein den Berg hinauf auf die Ebene, durch einen herrlichen, tropischen Wald vorbei an Kakteen und zahlreichen Viechern, die sich auf der Straße, nein Feldweg, breit gemacht hatten. Einige zeit vor uns war Sister Benedictine mit einigen Krankenschwester-Anwärterinnen nach Eldoret gestartet, um diese an eine Ausbildungsveranstaltung zu bringen. Doch kurz vor Eldoret stand der Jeep mit Sister und den jungen Damen am Straßenrand – Panne. Die Benzinpumpe hatte den Geist aufgegeben. Nachdem alle Reparaturversuche letztlich fruchtlos blieben, wurde der Landrover von einem herbeigerufenen Jeep der Sisters aus Eldoret eben dahin abgeschleppt.

Und wir konnten unsere Fahrt nach Kimunu fortsetzen, wo Michael sich den Computerraum der Schule ansehen sollte. Das Ergebnis war ernüchternd – 5 Windowsrechner, an denen gerade zwei lokale IT-Spezis Updates und Modifikationen vornahmen. Michael machte klar – entweder alle Linux oder wir werden hier nicht aktiv. Er hat trotzdem ein gutes Mittagessen bekommen und weiter ging die Fahrt nach Eldoret, um auch dort Früchte und Sonstiges abzuliefern. Evans, unser Fahrer wollte noch schnell (er sagte 10 min) seine Schwiegermutter im benachbarten Krankenhaus besuchen – verständlich – er hatte aber nicht gesagt, dass diese 10 min. in kenianischen Zeiteinheiten angegeben waren. Nach entsprechend langer Wartezeit und einem Telefonat konnte dann das letzte Stück (wenn es gut geht, 5.5 Std, normal 6,5 Std) angegangen werden.

An einer Tankstelle, an der wir unsere Fahrt unterbrachen, wurden wir von einem Mann gebeten, seine gehbehinderte Mutter zur Toilette zu begleiten. Sister Michael-Marie und Novizin Marietta waren sofort zur Stelle und versuchten, die schwergewichtige Dame aus dem Auto zu hieven. Der Mann stand unbeteiligt daneben. Als Michael ihn fragte, ob er vielleicht nicht mit anpacken wolle, erhielt er die Antwort, dass es „nicht Tradition sein, das der Sohn seiner Mutter helfe“. Wie bitte? Höflichkeitshalber legte er dann doch seiner Mutter, die zwischenzeitlich aus dem Auto herausgekommen war, eine Hand auf die Schulter und überließ das Weitere den Sisters. Macho, afrikanischer! Man sieht leider häufig, wie Frauen Lasten schleppen, während die Männer fröhlich nebenher traben.


In der Zwischenzeit war es dunkel geworden, was allerdings ein große Anzahl der Auto nicht veranlasste, Licht einzuschalten. Oder sie kennen nur die Lichthupe. Es ist kein besonders erhebendes Gefühl, wenn beim Überholvorgang, der schon bei Tageslicht sehr gewöhnungsbedürftig ist (entgegenkommende Fahrzeuge werden per Lichthupe einfach auf den schmalen Seitenstreifen „gebeten“), plötzlich aus dem Nichts ein unbeleuchteter Bus oder Laster auf einen zugerast kommt. Ist mehrmals passiert! So kann man verstehen, warum die Sisters vor Abfahrt kurz beten und weshalb eigentlich die Fahrten bei Dunkelheit untersagt sind. Nur, man kann sich nicht immer daran halten.

Gegen 20.30Uhr wurde Michael dann von den Daheimgebliebenen mit einem großen Hallo und vorbereiteten Abendessen begrüßt, und die noch schlotternden Beine mit dem Inhalt einer großen Dose Bier behandelt. Ein Hemd mit der Aufschrift „I survived the Trip from Chesongoch to Nairobi“ ist schon in Planung. Alles in Allem aber war die Fahrt landschaftlich sehr interessant und selbst die Kollision mit dem Äquator hatte nicht weh getan.