19/01/2014
Tag der Besucher
An dieser Stelle folgt ein Bericht von HP, da Michael eigene Erfahrungen in Chesongoch sammelt und selbst berichtet.
Am Samstag endeten 2,5 Tage Security/Forensik Training an der Strathmore Universität. Teilnehmer waren meist IT Experten von den großen Mobilfunkanbietern aus Kenia. Der Schwerpunkt des Trainings lag auf Android, SDK, Genymotion, Sleuthkit und Volatility. Eine große Herausforderung war die große Teilnehmerzahl von 30 Personen mit einer Bandbreite von LOW bis Expert. Lessons learnt: Ohne Linux geht in diesem Bereich gar nichts. Missionarsauftrag erfüllt. Nun aber zu ganz anderen Missionarsaufgaben.
Sonntag Morgen stand das Clonen von 30 PC's per Netzwerk auf dem Programm. Um einigermaßen effizient zu arbeiten wurden 12 PCs ans Netzwerk angebunden um mit sshfs und rsync zu Clonen. Als alle Maschinen bei der Arbeit waren, kam der erste Besucher: Mein guter Freund der Stromausfall. Er brachte ein Geschenk mit: 12 gecrashte PCs.
Well, als nach 45 Minuten der Strom wiederkam hat es sich nicht mehr gelohnt, neu zu beginnen, da der nächste Besuch angesagt war:
Marius, einer unserer Sponsoren, mailte vor einigen Tagen mit dem Hinweis: Du gehst doch irgendwann nach Kenia, ich bin derzeit dort, vielleicht passt das ja. Das passte super, er wurde gleich auf den heutigen Sonntag eingeladen. Am Tag zuvor schrieb er noch: wir kommen dann um 14:00. Wir? Ich war gespannt. Marius kam pünktlich, ewtas, was hier äußerst selten ist. Die Begleitperson war seine frisch verheirate Frau. Am Vortag haben sie sich das Jawort gegeben. Die Sisters haben die beiden durch Schule, Internat, Kindergarten und Entbindungsstation geführt und in der "Nursery" gab es zudem eine Einladung falls Bedarf da sein sollte. Die beiden konnten die von Marius gespendete Hardware im Einsatz begutachten, 19" Displays und P4 Notebooks mit 1-2 GB RAM bekommen wir schließich nicht alle Tage.
Nach der Besichtigung luden die Sisters zum Kaffee/Tee ein. Unterwartet kann weiterer Besuch dazu. "Father Florian", Missionar aus Ileret (am Lake Turkana zur Grenze nach Ãthiopien) gesellte sich hinzu. Seit Jahren ist er dort tätig. Die Tagestemperaturen liegen meist bei 40 Grad. Er erzählte uns mit, dass die dortigen Nomaden lediglich 1% ihrer Kinder in die Schule schicken, meist darf dies nur ein Kind pro Familie und das ist fast immer ein Junge. Er plant ein Ausbildungskonzept aus Indien zu übernehmen. Dazu benötigt er: Notebooks mit guten Akkus, Tintenstrahldrucker und externe Festplatten. Auch wenn wir derzeit nicht sammeln, Spenden hierfür nehmen wir gerne außerplanmäßig an. Er erwartet Verwandtenbesuch nächsten Monat, zudem haben sich einige Ãrzte angekündigt, denen wir evtl. Hardware ins Fluggepäck mitgeben kann.
Als sich unser junges Paar dann verabschiedet hat, ist auch Father Florian mit seinem russischen 4wheel Jeep aufgebrochen. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, eine kurze Tour mitzufahren. Seine Fahrt von Ileret nach Nairobi dauerte 4 Tage. Beim Versuch, die Entfernung zu ermitteln, hat sich Google Maps sehr schwer getan: "Wir konnten keine Route zwischen Nairobi, Kenia und Ileret, Kenia berechnen". Er hat mir allerdings die Strecke auf einer Landkarte gezeigt, wir sind ja schließlich in einer Schule. Allerdings war ca. 30% seiner angedeuteten Fahrtroute ohne jeglichen Straßenverlauf.
Im Laufe der Woche kommt er nochmals vorbei um sein Projekt vorzustellen, wir werden nochmals berichten.