Bilder von unterwegs
Pech

19/01/2014
Wo liegt eigentlich Chesongoch

Bevor wir diese Frage klären, müssen wir noch erklären, warum nur Michael, und nicht auch Hans-Peter den langen Trip angetreten haben. Denn, entgegen der ursprünglichen Vereinbarung, sollte HP nun nach der Präsentation am Donnerstag nun einen 2-tägigen (statt 1-tägigen) Hand-on Workshop an der Strathmore University abhalten (siehe letzten Bericht). In Kenia lebt man eben von einer Überraschung zur anderen.

 Wir beide sind dann nach dem ersten Workshoptag mit einem Taxi nach Karen gefahren, wo Michael übernachtete und Hans-Peter zusammen mit Schwester Rosa zurück zur St. Scholastica Catholic School fuhr. Der Arme hat also den Verkehr durch Nairobi zweimal „genossen“. Derweil hieß es für Michael nach dem Abendessen : „Ab ins Bett“, denn die Reise nach Chesongoch via Eldoret sollte schon um 6.00 beginnen, um nicht in der Dunkelheit anzukommen.
Dort sollten zwei Computer und Druckertinte abgegeben werden, die IT-Bedürfnisse des Krankenhauses eruiert und die Schulcomputer, die HP vor zwei Jahren mitgebracht hatte, memory-mäßig aufgemotzt werden.

Bis nach Eldoret waren die Strassen, für kenianische Verhältnisse, gut. Ein paar große, 50 cm tiefe Schlaglöcher und zahlreiche „stumme Polizisten“ (Bumper) verhinderten aber nicht eine Fahrweise, die Sebastian Vettel zur Ehre gereicht hätte. Abstand zum Vordermann ca. 2 m bei 100 Km/h! , Überholen trotz durchgezogener Linie und Gegenverkehr (auf eine zweispurigen Straße passen ja mindesten drei Autos nebeneinander). Man war also sofort hellwach und die Herzfrequenz, zumindest die von Michael, war deutlich erhöht. Aber dann hat es unseren Fahrer doch erwischt. Er überholte in der dritten Reihe (siehe Bild „Pech“) und wurde prompt von der Polizei, die alle 3 km Posten aufbauen, gestoppt. Was er bezahlt hat, wissen wir nicht, jedoch konnten wir ziemlich rasch unsere Fahrt fortsetzen.

Die Strasse nach Eldoret führt weiter zur Grenze nach Uganda und ist dementsprechend mit Lastwagen gepflastert. Die Hoffnung, den Staus von Nairobi entkommen zu sein, erwies sich als Irrtum. Zudem besteht das öffentliche Transportsystem von Kenia in einer Vielzahl von Kleinbussen (Matatus), die offensichtlich über eine eingebaute Vorfahrt verfügen (wir kennen das von Mercedes und Porsche). Nur, dass man die Dinger häufig nicht sehen kann, denn man tankt billiges Kerosin, so steht es zumindest an den Tankstellen, und hinterlässt beim Gasgeben eine schwarze Wolke, so wie ein Nebelwerfer beim Militär. Trotzdem konnte man einige Gazellen und Zebras (gemeint sind die Tiere!, nicht die Streifen) in einiger Entfernung entdecken.

In Eldoret ohne Schrammen und Beulen angekommen; die Herzfrequenz war zwischenzeitlich wieder auf „Normal“ zurück (man gewöhnt sich ja an alles), wurden wir herzlich begrüßt und verpflegt. Das war gegen 12.00 Uhr. Dann ging es weiter nach Chesongoch. Das liegt nordwestlich von Nairobi, im  Rift Valley. Wo genau, kann mithilfe von Google maps gefunden werden.

Nun begaben wir uns auf die Straße der Leiden. Es kann keinem mit Rückenproblemen empfohlen werden, diesen Weg zu nehmen. Man nennt so etwas wohl „Dirt Road“. Unser Jeep wurde so durchgerüttelt ob der vielen Schlaglöcher, dass ein Gefäß mit Sahne blitzartig in Butter verwandelt worden wäre, hätten wir so etwas an Bord gehabt. Besonders schlimm waren die letzten 3 Kilometer, die nur mit Tempo 20 bewältigt werden konnten und ein Fotografieren unmöglich machten (man musste dazu anhalten). Gegen 18.00 Uhr haben wir dann unser Ziel erreicht und zum Abendessen an einem kühlen Bier erfreut.