FreiOSS Wochenende in Schönwald vom 4.-6.Dezember 2009

Wir sind dieses Jahr das erste Mal beim Hüttenwochenende von FreiOSS dabei. Am Freitag machen wir uns auf in Richtung Schönwald im Schwarzwald. Es liegt sogar etwas Schnee hier oben. Das Gästehaus, in dem wir untergebracht sind, ist leicht gefunden....

Wir sind dieses Jahr das erste Mal beim Hüttenwochenende von FreiOSS dabei. Am Freitag machen wir uns auf in Richtung Schönwald im Schwarzwald. Es liegt sogar etwas Schnee hier oben. Das Gästehaus, in dem wir untergebracht sind, ist leicht gefunden.Wir wollen uns zu Franz durchfragen, der das Wochenende organisiert hat und landen dabei bei Christiane, seiner Lebensgefährtin, die uns unser Zimmer zeigt. Wir bringen unser Gepäck rein und dann wartet das Abendessen. Alex, Didi und Juri sind unsere Köche für das Wochenende. Es gibt Kürbissuppe, Zwiebelkuchen, Lauchkuchen, Speckkuchen und dann eine Vorstellungsrunde. Den Nachtisch soll es danach geben.

Hans-Peter und Franz vom Vereins-Vorstand begrüßen uns kurz. Danach geht es geht es nach der Entfernung. Wer hatte den längsten Weg hierher? Der fängt an! Von Dänemark und Lübeck, Passau, Dresden, Leipzig, Ratingen, Köln und München kamen die TeilnehmerInnen – und natürlich viele aus Baden-Württemberg und aus Freiburg. Wir erzählen jeder wie wir heißen, von wo wir kommen, was wir arbeiten und was uns mit Open Software und mit dem Projekt Linux4Afrika verbindet. Im „normalen“ Leben sind wir Förster, Vertriebler, Programmiererin, Designerin, Lehrerin und anderes.

Mitten in der Vorstellungsrunde tauchen dann auch noch das Krepp-Klebeband und der Filzschreiber für unsere Namensschildchen auf. Der Nachtisch muss noch warten. Aus der Küche kommt ab und zu ein Klingeln – aber wir sind noch mitten im Erzählen und Zuhören.

Schließlich – wir sind immer noch bei den letzten beiden Teilnehmern – ist die Geduld des Nachtischs erschöpft und er drängt sich auf unsere Tische. Süßer Duft steigt uns in die Nase! So klingt der Abend nach dem Ende der Vorstellungsrunde bei warmer Apfel-Waie und Wein und Gesprächen aus.

Am nächsten Morgen ist Früh-Aufstehen angesagt: damit wir viel Programm unterbringen können, gibt es nur bis halb neun Frühstück.

Anschließend folgt der erste Vortrag von Hans-Peter über die Software-Lösung, die Linux4Afrika an den Schulen einsetzt. Er zeigt, wie sie lokal das Internet nachbilden, eine lokale Wikipedia haben und einen lokalen Mailserver, wie die Lehrer mit einfachen Mitteln die Rechner immer wieder in ihren Ausgangszustand zurückversetzen können, so dass die Folgeklasse gute Lernbedingungen vorfindet. Auch auf verschiedene Probleme bezüglich der eingesetzten Hardware geht er ein: z.B. mußten Spenden von gebrauchten Servern abgelehnt werden, da sie einen zu hohen Stromverbrauch hatten, statt dessen werden stromsparende AMD-Prozessoren mit neuen PCs eingesetzt.

Von 10 bis 12 Uhr teilt sich die Gruppe auf:

Ein Workshop mit Hans-Peter, in dem die Cracks die Terminalserver-Lösung von X2Go ausprobieren und ein Workshop mit Franz, in dem die Newbies in den Umgang mit Terminal und Konsole eingeführt werden.

Danach wird das Mittagessen aufgetischt: Salat und angebratene Spaghetti mit Olivenöl, Knoblauch, Pepperoni und Cocktailtomaten, lecker!

Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Gespräche entstehen, Nachhilfe beim Installieren und anderen Problemen wird gegeben. Ein paar legen auch einen Mittagsschlaf ein. Ich sortiere Fotos und schreibe an diesem Text.

Gegen vier Uhr stellen Alex und sein Team uns Kuchen, Tee und Kaffee hin :-)

Das offizielle Programm geht am Abend ab sechs Uhr weiter. Kurt stellt die aktuelle Arbeit von SkoleLinux in Deutschland vor. Zunächst geht er kurz auf die verschiedenen Varianten ein, das Netzwerk in den Schulräumen einzurichten und auf die Möglichkeiten, die der Lehrer von seiner Workstation aus hat. Dann gibt er einen Überblick über die Verbreitung: Hamburg und Rheinland-Pfalz setzen offiziell SkoleLinux ein – wobei hier nicht alle, sondern ca. ein Drittel der Schulen sich für SkoleLinux und ca. zwei Drittel der Schulen sich für Windows entscheiden – , bei den anderen Ländern sind es nur einzelne Lehrer, die mit SkoleLinux arbeiten. Dabei betont er, wie wichtig die Argumente sind, mit denen SkoleLinux eingeführt wird: wenn es heißt, dass es kostenlos ist, haben alle das Gefühl, dass sie es haben, weil sie arm sind und sie ansonsten Windows bekommen hätten. Wenn statt dessen auf die Vorteile abgezielt wird, die SkoleLinux als offene Software bietet, haben sie die bessere Lösung. Begeisterung, Einstellung und Unterstützung des Projektes hängen davon ab. Er gibt auch noch einen kurzen Ausblick auf 2010 für Rheinland-Pfalz.

Im nächsten Vortrag nehmen Martin und Andreas uns auf ihre Fahrradtour von Freiburg nach Tansania mit. Mit vielen schönen Fotos und ihren Erzählungen stellen sie uns die Länder vor, die sie durchquert haben und die Erlebnisse, die sie dort hatten, von der geplatzten Hinterradfelge über den populären Ringkampf im Sudan bis zur Kaffeezeremonie in Äthiopien. Insgesamt ca. 8000 km sind sie geradelt, ca. die selbe Strecke getrampt (wenn es nicht anders ging, wie quer durch Lybien oder wenn die Straße zu schlecht war, sie Zeit aufholen mußten oder schlicht mal keine Lust zum Radeln mehr hatten) und waren genau 8 Monate unterwegs. In Kenia und Tansania haben sie die Projekte von Linux4Afrika besucht, worauf sie in ihrem zweiten Vortrag näher eingehen.

Nach einer kurzen Pause stellen Martin und Andreas uns den Projektteil ihrer Reise näher vor. Um nicht nur konsumierende Touristen zu sein, sondern gewissermaßen auch etwas zurückzugeben, wollten sie die Reise mit einem Projekt verbinden. So entstand die Idee, verschiedene kleine Hilfs-Initiativen zu besuchen und zu portraitieren. Insgesamt besuchten sie 6 Projekte, vom unterirdischen Wasserspeicher bis zur Solarstrom-Versorgung abgelegener Orte reichte das Spektrum. In diesem Zusammenhang besuchten sie in Kenia und Tansania auch die Projekte von Linux4Afrika. In Tansania kümmerten sie sich dabei auch um den Verbleib zweier Container, die im Hafen feststeckten. Allerdings gab es hier kein erfolgreiches Ende, die beteiligte Clearing Agency hielt ihre Zusagen nicht ein und die Container gingen Linux4Afrika verloren. Auch 4 Schulen haben sie besucht, wobei bei einer das Netzwerk funktionierte und bei den anderen dreien Betreuung durch die Partner vor Ort hätte stattfinden müssen, was leider nicht geschah. (Anmerkung: Inzwischen wurde die Zusammenarbeit mit diesen Partnern auch aufgegeben.) Insgesamt vermittelten sie uns in ihrem Vortrag einen interessanten Eindruck der Erfolge und Schwierigkeiten der Projekte.

Danach gibt es noch die übliche IT-Nightshow bis nachts um zwei...

Am nächsten Morgen geht es nach dem (etwas späteren) Frühstück weiter mit einem letzten gemeinsamen Programmpunkt: Hans-Peter stellt kurz den Stand der Dinge in Leipzig, Lübeck und Freiburg vor und diskutiert mit uns allen das weitere Vorgehen.

Danach folgt großes Packen, Verabschieden und Aufräumen.

Und noch etwas Statistik zum Schluss:

Wir waren 41 TeilnehmerInnen aus 2 Ländern.

7,5 kg Nudeln, 10 kg Brot, 9 kg Zopf, 10 kg Kartoffeln, 8 kg Fleisch, 10 kg saure Sahne, 4 l Olivenöl, 12 kg Zwiebeln, 100 Eier und diverse Yoghurts, Marmelade, Käse,.... haben wir gegessen.

Dazu 40 l Bier, 13,33 l koffeinhaltiges Sprudelgetränk, 22 l Apfelsaftschorle, 36 l Sprudel und 16 l Wein haben wir getrunken.

Tausende interessanter Gespräche haben wir geführt, Millionen neue interesante Kontakte geknüpft und Milliarden mal Spaß gehabt!

Schön war's und bis zum nächsten Mal!

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