Leila Sheshe, unsere erste Linux4Afrika Administatorin in Tansania

16. Februar 2008

Linux4Afrika karibu shule ya msingi Kizuiani.
Linux4Afrika begrüßt die Schüler der Kizuiani Schule

Die Amerikaner sind am Aufbau einer stabilen Navi Base in Tansania interessiert. Strategisch wohl ein sehr wichtiger Standort, verstärkt durch die politische Lage in Kenia. Wäre ich in Dar, hätte ich sicher ebenfalls teilgenommen. Aber das ist ja nicht der Grund unseres Besuches. Gestern wurden unsere Computer bereits zum 60 km nördlich von Dar es Salaam liegenden Bagamoyo gebracht. Straßensperrungen sind hier nicht zu befürchten. Auch ist nicht damit zu rechnen, dass die amerikanische Delegation die Kizuiani Schule hier besucht. Und wenn, wäre die etwa 1 km lange Schotterstraße vorab asphaltiert worden. Diese muss man nämlich noch nach dem Abbiegen von der Hauptstraße hinter sich bringen.

Immerhin, die Hauptstraße, so erinnere ich mich, war vor einem Jahr noch nicht asphaltiert. Wir sind angekommen, das gesamte Lehrpersonal ist anwesend. Sie haben heute zwar ihren freien Tag, sind aber trotzdem da, da sie alle Ubuntu ausprobieren wollen. Der Server wird aufgestellt, die Clients mit einem Switch verbunden, schon booten die Thin Clients. Leider wurde uns aus Dar ein Monitor zu wenig geliefert und wir nehmen deshalb einen von den vorhandenen aus der Schule. Er zeigt zwar ein Bild, man kann Icons erahnen, aber nicht richtig sehen. Bei afrikanischen Lichtverhältnissen völlig unbrauchbar. Wir müssen also bei Gelegenheit Nachschub aus Dar anfordern.

60 km Entfernung bedeuten allerding 90 Minuten Fahrt, da man in der Regel für die ersten 20 km aus Dar heraus schon ca. 50 Minuten benötigt. Chaos pur. Hupen und möglichst rücksichtslos fahren hilft ein wenig. Ich bin froh, daß ich nicht fahren muß, sondern gefahren werde. Ich darf zwar immer vorne links sitzen, da sitzt aber nur in Deutschland der Fahrer. In Tansania ist das Steuer rechts und man hat Linksverkehr.

Auch mit den Tastaturen haben wir einige Probleme. Deutsche und amerikanische Tastaturen gemischt, das ist nicht gut. Entweder oder, da wir die einzelnen Clients immer einheitlich haben möchten ,damit sie einfacher zu konfigurieren sind. Auch das muss nächste Woche noch erledigt werden.

Ansonsten bilden sich schnell große Gruppen um die Computer. Unser Ausbildungsteam besteht heute aus vier Personen: Franz und ich machen die Einweisung, Baraka ist heute Kameramann und neu dazu gekommen ist Mike Mmbaga, ein guter Freund, den ich schon seit einigen Jahren kenne. Er nimmt wieder an meinem Security Training teil. Heute ist er Übersetzer. Wir haben beschlossen, alles in Kisuahili zu übersetzen, da wir einige Lehrer dabei haben, deren Englisch nicht so gut ist. Es klappt aber gut. Auch die Anwendungen und Menüs, die ja alle in Englisch dargestellt sind, werden problemlos gefunden. Eine erste Frage eines Lehrers: Open Office ist ja schön, aber wir brauchen einen Drucker.Wir erklären, dass wir keine Drucker liefern, da der Support mit Verbrauchsmaterial nicht sichergestellt ist. Ich glaube es kaum, aber 5 Minuten später steht ein HP Laserjet 1100 auf dem Tisch. Wir sollen ihn anschließen, man möchte drucken. Also gut, das schaffen wir gerade noch. Nach weiteren 5 Minuten wird Papier herangeschaft, was offensichtlich schwerer zu beschaffen war als der Drucker. Ein erster Testdruck verläuft nicht gerade optimal. Die Qualität des 600 dpi Drucks lässt sehr zu wünschen übrig. Der Toner wird wohl höchstens noch 20 Blatt ausdrucken.

Während die Lehrer am Experimentieren sind, sind wir auf der Suche nach einem Administrator. Wir brauchen jemand, der in der Lage ist, den Server hoch/runterzufahren, den Switch zu überprüfen und kleine Probleme zu beseitigen. Die Suche nach einer geeigneten Person ist nicht einfach. Dann sind wir uns jedoch einig, der neue Administrator ist...eine Administratorin! Es ist Leila Sheshe, unsere erste Administatorin in Tansania. Sie freut sich, diese Rolle übernehmen zu dürfen.

Wir sind jetzt soweit fertig, jedoch schaffen wir es nicht, die Lehrer von den PCs zu verscheuchen, um noch alles sauber zu verschrauben und zu verdrahten. Na, ist jetzt auch nicht so wichtig. Wir beschließen, diese Arbeiten am Montag zu beenden und Leila dann auch eine Einzeleinweisung in unser System zu geben. Am Montag kommen dann die Erstklässler um 16 Uhr in die Schule zurück um an unserem Malwettbewerb teilzunehmen.