17.10.2008
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I want to ride my bicycle – „Wheels Within Wheels“
Vorab-Info
Auf dem diesjährigen LinuxTag kam der Kontakt zu Mitgliedern der Berliner „Ingenieure ohne Grenzen e.V.“ mit unserem Linux4Afrika Team zustande. Bei den Überlegungen, evtl. ein gemeinsames Projekt zu starten, lernten wir auch Mitglieder der Freiburger „IngoG“ kennen. Darunter auch Andreas Drews, der sich in dieser Gruppe engagiert. Er studiert in Freiburg Mikrosystemtechnik. Sein Freund und Partner auf der Reise, Martin Schumacher, studiert in Dresden Geographie.
Gilla: Andreas und Martin, was genau steckt hinter eurem Projekt „Wheels Within Wheels“?
Andreas: Wir möchten einen Dokumentarfilm über das Selbstverständnis von Entwicklungszusammenarbeit drehen. In diesem Projekt sollen dabei die unterschiedlichen Vorstellungen von Gebern und Empfängern einer Entwicklungszusammenarbeit gegenübergestellt werden und wir hatten die Idee, uns dafür auf eine Reise nach Afrika zu begeben, wo wir ganz verschiedene Entwicklungshilfe-Projekte vor Ort besuchen möchten. Dabei übernimmt die Freiburger NGO „Ingenieure ohne Grenzen e.V.“ die Rolle eines „roten Fadens“ durch den Film.
Gilla: Wie sieht eure Reiseroute aus und wie lange soll eure Tour dauern?
Martin: Die Tour wird uns aller Wahrscheinlichkeit nach über die Schweiz, Italien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Sudan, Äthiopien, Kenia nach Tansania bringen. Veranschlagt haben wir dafür mal sechs Monate.
Gilla: Warum habt ihr euch gerade für das Fahrrad als Transportmittel entschieden?
Martin: Also erst mal sind wir beide begeisterte Radfahrer. Wir haben schon einige Touren zusammen gemacht, die längste dauerte sieben Wochen. Wir haben mit dem Fahrrad Europa von Nord- nach Süd befahren, betreten allerdings mit der Radtour nach Afrika Neuland. Aber dass nur das Fahrrad als Transportmittel dafür in Frage kommt, war für uns von Anfang an klar. Wir glauben, dass wir so auch am einfachsten und intensivsten mit den Menschen in Kontakt kommen und wir die Gegebenheiten so auf ruhige und intensive Art auf uns einwirken lassen können.
Gilla: Wie sieht denn Eure Ausrüstung aus. Ihr müsst ja euer ganzes Gepäck mit eigener Muskelkraft vorwärts bewegen.
Andreas: Also wir kommen schon so auf 45 kg pro Fahrrad, haben uns allerdings auch weniger vom „so wenig und so leicht wie möglich“ leiten lassen, sondern eher vom qualitativ optimalen.
Martin: So haben wir z.B. auch unsere Räder nicht „von der Stange“, sondern selbst zusammengebaut. Das hat uns viele, viele Stunden Vorbereitung mit Recherche, Telefonaten usw. gekostet, aber wir fühlen uns jetzt dadurch gut gerüstet. So haben wir uns z.B. für eine Rohloff-Nabe entschieden. Vom Rahmen über den Gepäckträger bis zur letzten Schraube haben wir alles selbst zusammengestellt und zusammengebaut. Das hat auch den Vorteil, dass wir unsere Räder nun bis ins Detail kennen.
Gilla: Mit welchen eventuellen Schwierigkeiten rechnet ihr auf eurer Reise?
Martin: Eigentlich nur mit eventuellen Problemen bürokratischer Art, also zum Beispiel Grenzübertritte mit ihren spezifischen Visabestimmungen. Für manche Länder kann man erst vor Ort ein Visum beantragen.
Gilla: Sprachprobleme?
Andreas (lacht): Also wir haben uns mal kurzzeitig an Arabisch versucht, es dann aber wieder aufgegeben. Nein, im Ernst: Wir können uns überall verständigen...notfalls geht immer was mit Händen und Füßen.
Gilla: Wie finanziert ihr eure Tour?
Martin: Die Finanzierung der Fahrräder, Ausrüstung, Verpflegung, Unterkunft usw. wird hauptsächlich von uns selbst getragen. Allerdings haben wir glücklicherweise einige Sponsoren gefunden, die uns hier unterstützen.
Was die Finanzierung des Filmprojektes, also Aufnahmetechnik, Studiogebühren usw. betrifft, sind wir auf Hilfe angewiesen, da wir das nicht alleine leisten können. Die Kosten dafür werden sich auf rund 4000 EUR belaufen. Für uns, als Privatpersonen, ist es sehr schwierig, bzw. unmöglich, an Gelder gemeinnütziger Förderprogramme zu kommen und wir sind deshalb für jede Spende dankbar.
Gilla: Kann man eure Reise auch online verfolgen?
Martin: Ja, über unsere Webseite
www.weeheelswithinwheels.de
Gilla: Vielen Dank für das Interview und ich wünsche euch beiden im Namen aller Mitglieder von FreiOSS eine gute und erfolgreiche Reise und dass ihr gesund und um viele schöne Erlebnisse bereichert wieder zurückkehrt.
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